Tag X + 2

Tag X + 2

Jetzt könnte man an Tag 2 nach Luke seinem Abschied denken, das alles einfacher wird. Die Trauer so langsam weg ist. Sollte man jedenfalls denken. Aber dies ist bei uns nicht der Fall. Sicherlich nimmt jetzt einiges gefasster, aber es wird nicht leichter. Luke ist immer noch allgegnwärtig und wird es immer bleiben.

Egal wo wir lang gehen, ich sehe immer wieder stellen wo Luke besonders gerne geschnüffelt hat. Wo er gerne gelegen oder eben auch gestanden hat. Schon alleine wenn ich daran wieder denke, rollen mir die Tränen übers Gesicht. Wer denkt schon, das der Abschied von einem Hund einen dermaßen aus der Bahn schmeist? Ich konnte es mir nicht vorstellen, das so mich so etwas dermaßen aus dem Leben schleudert.

Selbst morgens wacht man auf und wundert sich darüber, das es nicht nach Kot riecht, weil er es ja in den letzten Monaten, überwiegend nur noch im Haus gemacht hat. Die Ladung von Reinigungstüchern wurde schon seit zwei Tagen nicht mehr angerührt. Liegt nutzlos rum.

Aus drei Näpfen werden zwei. Sein Name schon verwaschen auf dem Napf, von der Spülmaschiene. Nur wer es weiß, kann den Namen noch erahnen. Das Herz blutet nicht weniger um so mehr Zeit vergeht.

Gefühlt hat der Tag 72 Stunden oder noch mehr. Unendliche Stellen wo man an Luke erinnert wird. Unendliche Stellen wo man sich die Tränen wegdrücken muss. Warum hört der Schmerz nicht einfach auf? Das aussaugen des Kofferraums scheint unmöglich. Schließlich sind dort noch die Haare von Luke. Doch der Staubsauger kam nicht zum Einsatz. Dafür aber die Tränen. Kurz ein paar Haare angefasst aber wieder zurück gelegt. Zu tief sitzt der Schmerz. Das stechen im Herz scheint unendlich.

Morgen hat der Alltag uns wieder. Arbeiten soll ja gut sein, aber ob es wirklich hilft? Ich hoffe es. Vielleicht reicht es ja auch nur ein paar Stunden mal was anderes zu sehen. Wieder raus aus der gewohnten Umgebung. Vielleicht hilft es dann die Trauer besser zu verabreiten.

Schließlich brauchen die anderen beiden Wuffis uns ja nicht als Weicheier, sondern als Rudelführer. Auch wenn mittlerweile Boby sich schon zu fragen scheint, wo er den bleibt. Gestern Abend extra noch mal aufgestanden und an die Treppen gestellt und runtergeschaut. Als wolle er sagen, der Luke fehlt aber noch. Den muss noch einer von unten holen. Da kam aber nichts und niemand. Also legte er sich an die Stelle wo Luke immer gelegen hat.

Nun aber gut mit den rum geheule. Die Woche wird schlimm genug.

Bis bald.
Die Retrieverbande