Impfungen dürfen nur vom Tierarzt vorgenommen werden und im Impfpass dokumentiert werden. Wie lange der jeweilige Impfstoff wirkt kann ihnen ihr Tierarzt sagen. Dies kann je nach Hersteller für einige Impfstoffe bis zu 3 Jahre betragen. Im Impfpass steht hinter jedem Handelsnamen ein Buchstabe als Abkürzung für die Krankheiten, gegen den der Impfstoff wirken soll. Diese bedeuten in der Regel folgendende Abkürzungen:
S=Staupe
H=Hepatitis contagiosa canis
L=Leptospirose
T=Tollwut
P=Parvovirose
Vor jeder Impfung muss gewährleistet sein, dass der Hund gesund, ausreichend ernährt und frei von Parasiten, insbesondere frei von Würmern, ist. Eine Wurmkur sollte ca. 2 Woche vor der Impfung durchgeführt werden.
Für die Schutzimpfungen stehen Einzel- bzw. Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Das Impfschema ist für Welpen und erwachsene Hunde nicht gleich. Folgende Impfungen sind für Hunde möglich:
Staupe
Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis)
Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)
Parvovirose (sogenannte Katzenseuche des Hundes)
Zwingerhusten
Tollwut
Borreliose
Staupe
Staupe wird durch einen Virus verursacht und wird direkt von Hund zu Hund übertragen. Die hochansteckende Krankheit tritt vor allem bei Hunden zwischen 3-6 Monaten auf, kann aber auch in jedem anderen Alter vorkommen. Nach circa 3-6 Tagen nach Ansteckung treten die ersten Symptome auf, Appetitlosigkeit, Fieber sowie Augen- und Nasenausfluß.
Im weiteren Verlauf kommt es zu Magen-Darmentzündung mit Durchfall, Lungenentzündung oder krampfartigen Zuckungen, Bewegungsstörungen und Lähmungen.
Ansteckende Leberentzündung
Eine Viruserkrankung die durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Diese Krankheit befällt überwiegend junge Junge und führt bei Welpen schnell zum Tod. Auch ältere Hunde können an der Krankheit erkranken. Nach Ansteckung treten etwa nach 4-9 Tagen die ersten Symptome auf, die der Staupe sehr ähnlich sind und zuerst kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen in der Bauchhöhle, Entzündungen im Rachenraum und nervösen Störungen. Im späteren Verlauf können Hornhauttrübungen im Auge auftreten, die in schweren Fällen zur Erblindung führt.
Leptospirose
Die Krankheit wird durch Leptospiren (Bakterien) übertragen. Die Ansteckung erfolgt durch Hunde, Mäuse, Ratten und andere Tiere, sowie durch verunreinigte Gewässer. Alle Altersklassen können betroffen sein. Nach 5-20 Tagen nach Ansteckung, treten erste Krankheitserscheinungen auf Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nierenentzündungen, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen kann auch Gelbsucht und Bewegungsstörungen auftreten.
Parvovirose
Diese Krankheit wird durch einen Virus verursacht, der durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Die Krankheit kann bei Hunden aller Altersgruppen auftreten. 3-14 Tage nach Ansteckung treten erste Krankheitssymptome auf. Die Krankheit verursacht bei jungen Hunden und Welpen blutigen Durchfall und/oder Herzmuskelentzündung mit nachfolgendem Herztod. Ältere Hunde zeigen Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall (übelriechend, graue Farbe, in einigen Fällen auch blutig). Durch den akuten Krankheitsverlauf kann bei jungen Hunden ohne vorheriges Krankheitserscheinungen schnell zum Tod führen.
Die Katze kann die Erkrankung nicht auf den Hund übertragen.
Zwingerhusten
Diese Krankheit ist hochansteckend und wird von mehreren Viren (z.B. Parainfluenza-Virus,Typ-II) verursacht. Die Erreger werden werden direkt von Tier zu Tier durch Tröpfcheninfektion übertragen. Vor allem junge Hunde erkranken daran. Nach 4-10 Tagen nach der Ansteckung, treten die ersten Symptome auf. Die Hunde zeigen trockenen Husten mit Brechreiz. Meistens haben die Hunde kein Fieber. Gelegentlich kommt es zu seröser bis purulenten Nasenausfluss. In schweren Fällen kommen hochgradige Lungenentzündungen vor, die unter Umständen zum Tod führen können.
Tollwut
Verursacht wird die Tollwut durch einen Virus der mit dem Speichel von Tieren über Verletzungen auf Mensch und Tier übertragen wird. Erste Krankheitsbilder treten etwa 20-60 Tage nach Ansteckung auf. Die Tiere zeigen verändertes Verhalten, Unruhe, Scheu, Speichelfluß, heiseres Bellen und Beißwut. Nach zunehmender Lähmungserscheinungen tritt der Tod unter Krämpfen ein. Die Krankheit kann aber auch als stille Wut verlaufen. Hier fehlen dann die Wuterscheinungen und es treten nur lediglich Teilnahmslosigkeit und Traurigkeit auf. Wegen der großen Gefahr hat der Gesetzgeber eine Tollwutschutzverordnung erlassen.
Borreliose
Ein Schutzimpfung gegen Borreliose ist beim Hund möglich. Allerdings wirkt der Impfstoff nur gegen Borrelia burgdorferi. Diese Impfung ist kein Schutz vor Zecken. Dieser Impfstoff wirkt auch nur gegen einen Stamm der Borreliose, wovon es 5 Stämme gibt.