
Winzig klein und fast nicht mit dem blossen Auge zu erkennen. Hier möchte ich die häufigste Arten von Milben bei Hunden vorstellen.
Die Milbe gehört zu der Klasse Spinnen und typische Kennzeichen sind 8 Beine. Die Milbe ernährt sich von Haarpartikeln wie Talk, Gewebsflüssigkeit, Ohrschmalz. Aus dem Ei entwickelt sich die Larve, daraus die Nymphe und letztendlich die Milbe. Für den Befall mit Milben sind folgende Symptome zu erkennen: starker Juckreiz, Schuppung, Krustenbildung, gerötete Stellen.
Raubmilben (Cheyletiella)
Ist ein Tier mit einer Raubmilbe befallen, zeigt es starken Juckreiz, feine kleieähnliche Schuppung, eine übermäßige Talgsekretproduktion. Häufig sind räudeartige Anzeichen zu sehen. (Die Raubmilbe kann auch vorübergehen den Menschen befallen) Hauptsächlich befallene Regionen sind Ohrmuschel, Beine und Rücken. Bevorzugt ist die Raubmilbe bei langhaarigen Hunderassen zu finden bzw. an dicht behaarten Körperregionen.
Sie ernähren sich von Hautschuppen und Gewebsflüssigkeit.
Nachweisen lässt sich der Befall mit Hautgeschabsel oder einem sogenannten Tesafilmabklatschpräparat beim Tierarzt. Behandlung erfolgt in der Regel mit einem Puder- oder Badebehandlung mit insektentötenden Mitteln.
Ohrmilbe (Otodectes)
Ist ein Tier mit der Ohrmilbe befallen, hat es massiven Juck- und Kratzreiz, Kopfschütteln, reibt die Ohrmuschel auf dem Boden, verstärkte Ohrschmalzbildung, Gehörgangsentzündungen mit schwarz/braunem sandigem oder brökeligem Sekret.
Befallen sind dann der äußere Gehörgang und die innere Ohrmuschel. Betroffen sind vorallem Fleischfresser, wobei Hunde seltener als Katzen betroffen sind.
Ernähren tut sich die Ohrmilbe von Ohrenschmalz und Hautpartikeln.
Nachweisbar durch eine Ohr- und Gehörgangsuntersuchung mit Ohrspiegel und aufgesetzter Lupe und mikroskopischem Erregernachweis im Ohrsekret.
Die Behandlung erfolgt mit Parasiten abtötenden Präparaten.
Grabmilbe (Sarkoptes)
Ein mit der Grabmilbe befallenes Tier zeigt intensiven Juckreiz, Hautknötchen und Pusteln mit gerötetem Hof und vermehrter Schuppung, Hautentzündungen und Hautverdickungen, Krustenbildung. Beginnen tut es am Kopf und breitet sich auf Beine, Unterbauch und Schenkelinnenflächen aus.
Befallen sind die Haut (Kopf, Beine, Unterbauch, Schenkelinnenflächen). Die Grabmilbe ernährt sich von Hautmaterial des Wirtstieres. Die Grabmilbe gräbt tiefe Bohrgänge in dem Wirtstier, wo dann später auch die Eier abgelegt werden.
Betroffen sind vor allem Hunde.
Nachweisbar durch tiefe Hautgeschabsel oder Hautstanzen, Antikörperbestimmung im Blut.
Behandelbar mit Schuppenlösbaren Schampoos und Parasiten abtötenden Präparaten, Injektion von Parasitenmedikamenten und Umgebungsbehandlung.
Haarbalgmilbe (Demodex)
Anzeichen für die Haarbalgmilbe sind örtliche haarlose gerötete Stellen an Kopf, Vorderbeinen oder Pfoten mit Schuppung und geringgradigem Juckreiz. Bei generalisierter Demodikose Ausdehnung auf Hals, Brust, Bauch und Schenkelinnenflächen.
Befallen sind vor allem kurzhaarige Tiere, Junghunde und Tiere mit geschwächtem Abwehrsystem und ältere Tiere die bereits als Junghund infiziert waren.
Befallen sind Kopf (Oberlippe, Augenlieder, Nasenrücken, Stirn, Ohren), Vorderbeine oder Pfoten. Hals, Brust, Bauch, Schenkelinnenseiten.
Die Haarbalgmilbe ernährt sich von Talgdrüsensekret und Hautpartikeln.
Nachweisbar durch mikroskopischen Erregernachweis in tiefen Hautgeschabsel, Hautfaltenquetschpräparaten oder Hautstanzen.
Behandlung durch parasitenabtötenden Bade- oder örtlichen Tupferbehandlung und/oder Injektion von Parasitenmedikamenten. Behandlung der generalisierten Demodikose häufig langwierig, schwierig und mitunter erfolglos. Spontanheilung bei lokalisierter Demodikose innerhalb von 1 bis 2 Monaten möglich.